Allgemeines

 - Information des LELF zum Umgang mit N-haltigen Saatgutbeizen

- MSV - Info:

Märkischer Saatgutverband Brandenburg e.V.                                                    

                             
Geschäftsstelle Harnekop
Hauptstraße 37,  15345 Prötzel
Tel.: 03 3436 439873 / Mobil: 01734973621

An die 

Saatguterzeuger / Züchter / VO-Firma im Land Brandenburg

 Information 1/2018                                                               Harnekop, 15.07.2018

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

In der Landwirtschaft gleicht bekanntlich kein Jahr dem anderen. So war es auch im zurückliegenden Monaten seit der Ernte des letzten Jahres.

Dieser uns allen in der Erinnerung bleibende Witterungsverlauf führte zu einem sehr frühen Abreifen der Mähdruschfrüchte. Durch die fehlenden Niederschläge und eine kurze Vegetationszeit kommt es zu Minderträgen, die oft auch von Kleinkorn, geringem Hektolitergewicht und insgesamt von geringen Qualitäten gekennzeichnet sind. Dies wirkt sich auch auf die Saatgutproduktion aus. Aber mit dem Wetter und seinen Kapriolen kann der Landwirt umgehen.  

Wo Bürokratie wächst, verkümmert das Leben.

                                                                                       (© Andreas Tenzer, dt. Philosoph)

Nicht aber mit den Unberechenbarkeiten der Politik und Bürokratie. Hier sei nur an die Diskussionen über den Glyphosateinsatz, über die modernen Züchtungsmethoden oder auch aktuell um Fortführung der GAP nach 2020 erinnert. Dies alles sind Beispiele dafür, wie politische Interessen über wissenschaftliche Erkenntnisse gesetzt werden. Die neue Düngeverordnung entwickelt sich immer mehr zu einem Bürokratiemonster in neuen Dimensionen. Das Erstellen der darin geforderten Nachweise ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, der dadurch dem Landwirt nicht mehr für seine eigentliche Tätigkeit auf dem Acker zur Verfügung steht.

Hinzu kommen dann die stark schwankenden Marktpreise. Hier sind eine ständige Beobachtung der Preisentwicklung und ein variabler Kontraktabschluss zu empfehlen.

 Nun aber zu den oben angeführten Informationen: 

1. Brandenburger Saatguttag / Mitgliederversammlung

 Am 14.02.2018 fand in Groß Kreutz OT Götz zum zehnten Mal der gemeinsam vom Landesbauernverband (LBV), dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) und dem Märkischen Saatgutverband (MSV) veranstaltete Brandenburger Saatguttag statt.

Verbunden wurde die Veranstaltung mit einer Firmenpräsentation von 13 im Land Brandenburg tätigen Züchtern und VO – und anderen Firmen sowie der Mitgliederversammlung 2017 unseres Verbandes.

 Schwerpunkte der Tagung waren:

 Ø  eine Firmenpräsentation von Züchtern und VO – und anderen Firmen

Ø  das Grußwort des MLUL überbrachte die Staatssekretärin des MLUL, Frau Dr. Carolin Schilde

Ø  Regularien des MSV (Bericht Vorstand, Kassenprüfer, Entlastung des Vorstandes)

Ø  Führt die Präzisionszüchtung zu GVO?

Ø  Optimierung des betrieblichen Verwaltungsaufwandes bei Umsetzung der DüVO

Ø  Ergebnisse der Saatgutproduktion 2017 im Land Brandenburg      

 Da der Vorsitzende des Verbandes, Herr Gerald Helm, aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte, wählte der Vorstand am Schluss der Mitgliederversammlung in seiner konstituierenden Sitzung Herrn Axel Schulze sowie Dr. Eckhard Fuchs und Stefan Fürstenau zu den Stellvertretern des Vorsitzenden.

Die Veranstaltung, an der über 68 Personen teilnahmen, hatte fachlich ein gutes Niveau, war von intensiven Diskussionen geprägt und für alle Teilnehmer sehr informativ.

 Der gemeinsame „Brandenburger Saatguttag/ Mitgliederversammlung“ wird auch künftig in der zweiten Hälfte des Monats Februar und am gleichen Veranstaltungsort stattfinden.

Trotz der gestiegenen Teilnehmerzahl sind immer noch zu wenig Landwirte vertreten, was    nicht zufrieden stellen kann. Auch im Namen der Mitveranstalter appellieren wir deshalb an alle Mitglieder, Vermehrungsbetriebe und Landwirte stärker als bisher den „Brandenburger Saatguttag“ zu Information und Erfahrungsaustausch zu nutzen.

 2. Brandenburger Saatgutpreis 

Ein Höhepunkt im Verbandsleben ist die jährliche Verleihung des Brandenburger Saatgutpreises. In diesem Jahr konnte er wieder auf der im Rahmen der BraLa stattfindenden Landesbauernversammlung verliehen werden. In den Diskussionen mit dem LBV konnte sich der Vorstand des MSV mit seiner Auffassung durchsetzen, den einzigen vom Land Brandenburg ausgeschriebene Preis im Bereich des Ackerbaus in diesem würdevollen Rahmen zu verleihen. In diesem Jahr wurden

        die Agrarproduktionsgesellschaft Gollmitz mbH, in Horst, (Nordwestuckermark),

       der Landwirtschaftsbetrieb Wercham in Wilhelmsaue (Letschin) und

       die Landgenossenschaft Pröttlin e.G. in Pröttlin (Karstädt)

 mit dem Titel

                   „Ausgezeichneter Saatbaubetrieb des Landes Brandenburg“

geehrt.

 3. Vermehrung 2018

 Nach den gegenwärtig vorliegenden Ergebnissen erfolgte die Anmeldung nachstehender Flächen zur Feldprüfung 2018 (ha):

Fruchtartengruppe

 

2017

2018

Abweichung

Getreide 

7.681

6.767

-914

Gräser             

2.955

3.502

547

Leguminosen  

1.632

1.073

-559

Faserpf./Ölfrüchte 

1.180

877

-303

Sonstige Futterpflanzen

94

92

-2

Kartoffeln                    

 

575

614

39

insgesamt 

 

14.117

12.925

-1.192

 Im Vergleich zu 2017 ist die Vermehrungsfläche um fast 1.200 ha zurück-gegangen, wobei sich die einzelnen Fruchtartengruppen unterschiedlich entwickelten. So ging die Vermehrungsfläche bei Getreide um 12 % (Wintergerste, Winterroggen, Winterweizen), bei den Leguminosen um 34% und bei den Ölfrüchten um 26% zurück während sie bei Gräsern um 18 % anstieg. Die Ursachen für diese Entwicklung sind sehr unterschiedlich. Beim Getreide betrifft den Rückgang die später zu bestellenden Kulturen (Weizen, Roggen, Triticale). Hier dürften die schlechten Witterungsbedingungen zur Aussaat eine wesentliche Rolle spielen. Bei den Ölfrüchten wurde die Vermehrungsfläche des Ölleins wegen der geringen Nachfrage stark eingeschränkt, während bei der Leguminosenvermehrung die Restriktionen durch die EU-Agrarförderung als wesentliche Ursache dieser Entwicklung angesehen werden.

Auch für Deutschland wird, entsprechend der gegenwärtig vorliegenden Meldungen, mit einer gegenüber 2017 reduzierten Vermehrungsfläche gerechnet, allerdings nicht in so einem starken Maße wie in Brandenburg.

Die Getreideernte begann in diesem Jahr witterungsbedingt sehr zeitig, so dass erste Ergebnisse der Wintergerste vorliegen. Durch die extreme Vorsommertrockenheit liegen die Erträge bei Wintergerste je nach territorialem Witterungsverlauf bei 30 bis 60 dt/ha. Für die Saatgutproduktion kommt erschwerend die extreme Kleinkörnigkeit und der damit verbundene hohe Abgang hinzu, so dass die Saatgutausbeute teilweise sehr gering ist. Viele Züchter haben deshalb schon die Siebuntergrenzen verringert, um die Saatgutversorgung zur Herbstbestellung zu sichern. 

 4. BDS Mitgliederversammlung 05. Juni bis 07. Juni 2018 in Bamberg (Bayern)

 Der wesentlichste Themenschwerpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des BDS war der wirtschaftlichen Absicherung der Vermehrung gewidmet. Voraussetzung dafür ist, dass die Vermehrungsanlagen generell eines Kontraktabschlusses angelegt werden. Für die Züchterdirektvermarktung ist dies im neuen Vermehrungsvertrag zwingend vorgeschrieben aber auch bei Vermehrungen im Auftrag einer VO-Firma sollte dies zur Selbstverständlichkeit werden. Beide Vertragspartner müssen vor der Anlage der Vermehrung die entsprechenden Konditionen wie Tonnage, Preis oder Valuta kennen. Nur so kann der Landwirt eine ökonomisch fundierte Entscheidung treffen. (Eine Checkliste für den Abschluss der Kontrakte ist auf der Website des MSV zu finden.) Weiterhin wurde die Forderung erhoben, die Konditionen der Vermehrung den aktuellen Bedingungen anzupassen. Während sich die Züchterlizenzen drastisch erhöht haben, erhält der Vermehrer immer noch den gleichen Aufschlag auf den Preis von Konsumgetreide wie zu Beginn der 90iger Jahre.

In einem weiteren Schwerpunkt der Beratungen in Bamberg ging es um die zukunftsfähige Aufstellung der inneren und äußeren Kommunikationswege des Verbandes, um dadurch den Erwartungen seiner Mitglieder noch besser zu entsprechen sowie den Einsatz von Z-Saatgut zu befördern.

Auf der Jahreshauptversammlung wurde aus dem Vorstand des MSV Stefan Fürstenau in den Vorstand des BDS gewählt. Er folgt damit dem aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Gerald Helm. Dr. Gerhard Schilling wurde in seinem Amt als Vorstandsvorsitzender des BDS einstimmig bestätigt.

Die sich aus den o.a. Themen für uns ergebenden bzw. notwendigen Maßnahmen werden Gegenstand der kommenden Fachausschuss - und Vorstandssitzungen sein.

 5. Neue EU-Datenschutzverordnung

 Am 25.05.2018 trat die neue EU-Datenschutzverordnung (DSGVO) in Kraft, der wir als kleiner Verein ebenfalls unterliegen.

Als Versender von Rundschreiben und sonstiger Informationsschreiben sind wir wie schon bisher verpflichtet, transparent mit den personenbezogenen Daten, die verarbeitet werden, umzugehen. Aus diesem Grund möchten wir Sie darauf hinweisen, dass wir folgende Daten von Ihnen erfasst haben:

-  Vorname und Nachname

-  ggf. Name der Institution/Firma

-  ggf. Titel/Funktion

- E-Mail-Adresse (privat und/oder beruflich)

-  ggf. Adresse (privat und/oder beruflich)

-  ggf. Telefon-/Faxnummer (privat und/oder beruflich)

Wir verwenden Ihre personenbezogenen Daten zum Versand unserer Rundschreiben und weiterer Informationsschreiben per E-Mail sowie gegebenenfalls zum Versand der Rechnung über den Mitgliedsbeitrag. Sie haben jederzeit das Recht auf Auskunft, auf Korrektur, auf Löschung, auf Einschränkung der Verarbeitung, ein Widerspruchsrecht, ein Recht auf Datenübertragbarkeit, sowie ein Recht auf Widerruf einer gegebenen Einwilligung. Schicken Sie hierzu bitte eine E-Mail an msaatgutv@gmx.de. Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, uns einen Brief an die u. g. Adresse zu schicken. Wir werden Sie unverzüglich nach Erhalt einer Nachricht informieren. Weiterhin haben Sie ein Beschwerderecht bei einer Aufsichtsbehörde.

Zwecks Löschung aus unserem Verteiler für MSV-Rundschreiben und weitere Informationsschreiben schicken Sie bitte eine E-Mail mit folgendem Betreff: „Bitte aus dem MSV-Verteiler löschen!“ an msaatgutv@gmx.de.

Sollten wir keine Rückmeldung von Ihnen erhalten, gehen wir davon aus, dass wir Ihnen unsere Rundschreiben und weitere Informationsschreiben weiterhin zusenden dürfen.

 6. MSV  -  Aktuelles in Kürze

 -       Der Vorstand dankt allen Vermehrern, Züchtern und VO- Firmen für die Entrichtung Ihres anteiligen Mitgliedsbeitrages für das Jahr 2017. Zur Sicherung der vollen Arbeitsfähigkeit unseres Verbandes bitten wir die wenigen noch Abseits stehenden Vermehrer sich ebenfalls an der Finanzierung zu beteiligen.

-       Die Ergebnisse der LSV werden seit letzten Herbst im Internet auf der Homepage des MSV veröffentlicht (www.maerk-saatgut-verband.de)

-       Um eine Strategie zur Erhöhung des Einsatzes von Z-Saatgut zu entwickeln, hat der Vorstand eine Befragung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll in den kommenden Wochen vorliegen, um es dann im Vorstand zu diskutieren.

-       Ende August wird wie jedes Jahr der MSV die Vermehrer über die Markttendenzen auf dem Saatgutmarkt als Verhandlungsgrundlage für die Preisverhandlungen informieren.

 Liebe Kolleginnen und Kollegen,  

für die nächsten Wochen wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei der Pflege, Feldprüfung und Ernte der Vermehrungsbestände und gerade in der Erntezeit gilt: 

                   „Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung“                                  

                                                                                                              Chinesisches Sprichwort 

In Erwartung auf eine den Umständen entsprechende möglichst gute Ernte und eine weitere gute Zusammenarbeit, 

Ihr Märkischer Saatgutverband Brandenburg e.V.

 

       gez. A. Schulze                                                               gez. W. Franke

        (Vorsitzender)                                                                        (Geschäftsführer) 

   

            

- Neuer Kombivermehrungsvertrag  

- Kontrakt: