Auf dem Brandenburger Saatguttag am 04.03.2026 wurden die Preise „Anerkannter Saatbaubetrieb des Landes Brandenburg“ an die AFB Agrar GmbH Flämingland Blönsdorf in Niedergörsdorf und die Agrargenossenschaft eG Quitzow in Perleberg übergeben. Die Auszeichnung steht für herausragende Leistungen im Bereich der Saatguterzeugung und Vermehrung, die ein wichtiger Baustein für erfolgreiche Landwirtschaft darstellt . Sie wurde von Abteilungsleiterin Frau Kirchner (MLEUV) vorgenommen.
Herr Mohr, Vorsitzender des Märkischer Saatgutverbandes Brandenburg, sprach einige Anliegen des Verbandes an. So muss bei der Düngeverordnung Klarheit eine Lösung gefunden werden. Deutlich gemacht wurde, dass die Stickstoff-Argon-Methode, die zur Ausweisung der Roten Gebiete herangezogen werden sollte, keine Zustimmung findet, da sie fachlich/sachlich nicht weiterhilft.
Große Sorge bereitet auch die Abnahme der verfügbaren Pflanzenschutzmittel. Diese sind für gesunde Pflanzenbestände und Saatgut sowie die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmittelen unerlässlich. Abhilfe könnte hier die Berücksichtigung eines risikobasierten Ansatzes bei der Zulassung sein.
In den anschließenden Einzelvorträgen wurde praktische Tipps gegeben und Entwicklungstendenzen aufgezeigt.
Herr Dr. Barthelmes (LELF) ging in seinem Vortrag auf aktuelle Trends in Anbau, Pflanzenzüchtung und die LSV bei Wintergetreide ein. Deutlich wurde, dass die Roggenbaufläche zurückgeht und Populationsroggen eher auf den leichten Standorten zu finden ist. Beim Weizen dominiert der A-Weizen, dessen Bedeutung zunimmt, gefolgt von E-Weizen. Die Züchtung orientiert sich zunehmend auf Krankheitsresistenzen.
Herr Täger (LELF) stellte die Ergebnisse der Sortenanerkennung 2025 vor.
Die Saatgutvermehrungsfläche blieb in Brandenburg nahezu stabil und lag 2025 in Brandenburg bei 10.059 ha, die Anerkennungsrate war mit 98? hoch. Bei Kartoffeln, deren Vermehrungsfläche 2025 zunahm, kam es nur vereinzelt zu Anerkennungsproblemen, anders als in vielen anderen Bundesländern.
Herr Dr. Schwarz von der KWS Saat SE & Co. KGaA gab einen Überblick über die Zukunft der Züchtung aus Sicht des Unternehmens. Dabei betonte er den Zeitgewinn, den modernen Züchtungsmethoden bringen und die Bedeutung der Hybridisierung für die Ertragssteigerung.
Herr Mohr von Saatgut 2000 stellte seinen Betrieb vor, der mit Erfolg auf Wintererbsenanbau setzt. Er wies auch auf die Erfolgsfaktoren im Saatgutanbau hin, wie z.B. Fruchtfolge; Sortenreinheit & Feldhygiene, Standortanforderungen, Pflanzenschutz & Bestandsführung, oder rechtliche & organisatorische Vorgaben.